Was sind Schimmelpilze?

Schimmelpilze sind Mikroorganismen, die sich von organischen Stoffen ernähren und diese zersetzen. Sie sind natürliche Bestandteile unserer Umwelt und kommen überall erwünscht und unerwünscht in unserer Umwelt vor, wie z.B. auf dem Komposthaufen, in der Blumenerde, in Medikamenten (Penicillin ist ein Schimmelpilz) oder sogar in bestimmten Käsesorten.
 
Die Schimmelpilzsporen werden über die Luft transportiert und keimen dort aus, wo sie ideale Lebensbedingungen vorfinden.  

Warum kommt es heute leichter zu Schimmelpilz-befall in Wohnräumen als früher?

Früher waren Häuser noch nicht so perfekt gedämmt wie heute. Gebäudehülle und einfach verglaste Fenster waren nicht luftdicht. Die Luft zirkulierte zwangsläufig im Raum und ein natürlicher, automatischer Luftwechsel war gegeben, selbst wenn nicht gelüftet wurde. Schimmelpilz mag keine Zugluft.
Heute können die verwendeten Baustoffe (z.B. Laminatböden, Styropordecken und Dispersionsfarben) häufig keine Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben.
 

Früher erwärmte der Kamin oder Ofen mit seiner Strahlungswärme kalte Wandflächen und verhinderte ein starkes Auskühlen. Diese Art des Heizens war nicht nur natürlich sondern auch gesund und sehr angenehm. Holzböden, Kalk- und Lehmputze konnten Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abgeben.
Heute wurde der Ofen größtenteils durch moderne Heizungsanlagen ersetzt. Durch diese wird nun die Heizungsluft aufgeheizt. Die Wände bleiben oft zu kalt und in den Ecken kommt die Wärme überhaupt nicht an. Viel höhere Temperaturen sind erforderlich und damit auch mehr Energie um ein angenehmes Raumklima zu schaffen.
 
Früher hatten die Fenster eine Ablaufrinne, die das Kondenswasser nach außen abführte.

Heute sind die Fenster luftdicht und halten die Luftfeuchtigkeit im Innenraum gefangen.

 

Früher wurde wesentlich weniger Wasser verbraucht als heute. Man badete im Schnitt 1 mal pro Woche.

Heute produziert eine 4-Köpfige Familie ca. 10 Liter Wasser, bzw. Luftfeuchtigkeit pro Tag durch Schwitzen, Kochen, Duschen und Wäsche trocknen. Haustiere und Zimmerpflanzen geben zusätzlich Feuchtigkeit ab. Man stelle sich bildlich einen 10-Litereimer Wasser vor, der in der Wohnung ausgegossen wird.

Was sind Voraussetzungen für Schimmelpilzebefall?

Die Grundvoraussetzung für das Wachstum von Schimmelpilzen ist Wasser. Nahrung findet Schimmel in allen organischen Materialien, wie z.B Tapeten, Lacken, Stoffen, Kunststoffprodukten, Holz und sogar Staub. Das bedeutet, dass Schimmelpilz nahezu überall wachsen kann, wenn die Feuchtigkeit stimmt.

80 % des Schimmelpilzbefalles entwickelt sich im Verborgenen, wie z. B. hinter Möbeln, Tapeten, Holzverschalungen, Rigipsplatten, in Hohlräumen von Trockenbauwänden oder Bodenkonstruktionen.

Schimmelpilzbefall unsichtbar hinter der Tapete